Am Sontag morgen ging es dann endlich los. Nach einer langen Vorbereitungszeit und viel, viel Vorfreude traf sich die ganze Gruppe zum ersten mal am Bus.
Doch die Aufregung, sowohl über die lange Busfahrt als auch über die ganzen neuen Gesichter hält nicht lange. Selbst wenn man fast ganz alleine ist und die anderen, wenn überhaupt, nur vom Sehen kennt, man kann sich sicher sein, in genau zwei Wochen möchte man zumindest die meisten von ihnen nicht mehr missen. Und man beglückwünscht sich selbst für die Entscheidung an der Fahrt teilgenommen zu haben. Zurück zur Busfahrt. Sie ist, kein Zweifel, sehr anstrengend. Aber dennoch sind es viele Stunden, in denen man schon einmal die anderen Teilnehmer beschnuppern kann. Neben vielen anderen Pinkel-Pausen, über die man sich allein schon deshalb sehr freut weil man endlich nicht mehr sitzen muss, ist die erste richtige Möglichkeit alle eingeschlafenen Gliedmaßen aufzuwecken die erste Fähre. Angst vor Seekrankheit ist überflüssig, nur manchmal kommt es vor, dass man in den langen Gängen auf eine Wand zuläuft, obwohl man hundertprozentig nicht schief geht.
Während der Fährfahrt sollte man darauf achten, nicht allzu viel zu trinken, auch wenn es sehr verlockend ist für einen relativ geringen Preis so viele Getränke erwerben zu können wie man möchte (vielleicht auf dem Klo umfüllen...). Aber da die Engländer auf ihren Straßen gerne an öffentlichen Toilette sparen und wir die Erfahrung gemacht haben, dass sie es nicht so gerne sehen, wenn man an ihren Mauern Wasser lässt, sollte man ständig versuchen Herr über seinen Harndrang zu bleiben. Kurz vor der zweiten Fähre, die einen endlich zur grünen Insel bringt, wird Pause in einem sehr schönen Örtchen Halt gemacht. Dort lohnt es sich wirklich, einen kleinen Spaziergang über die ehemaligen Stadtmauern zu unternehmen. Zu diesem Zeitpunkt kann man schon mindestens die Hälfte der Namen, und so einige kurze Gespräche haben sich schon längst vor so einigen Toiletten ergeben.
Die zweite Überquerung des Meeres dauert weitaus länger, die Fähre ist jedoch ist auch bedeutend größer. Hier besteht schon die akute Gefahr sich zu verlaufen, das Kino ist jedoch immer wieder ein guter Treffpunkt. Wie auch bei der ersten Fähre sollte man sich unbedingt die Zeit merken, an der die Fahrt zu Ende ist, damit es nicht zu größeren Suchaktionen kommt, wenn der Bus eigentlich schon längst wieder gefüllt sein sollte.
Dann ist man ganz schnell in Dublin und somit auch bei den Gastfamilien angekommen.
Diese sind durchschnittlich wirklich sehr nett und man fühlt sich bei ihnen wohl. Tagsüber sind die Ausflüge in die Dubliner Innenstadt wirklich sehr interessant und man trifft viele kontaktfreudige Iren…
Auch die Erkundungen rund um Dublin mit dem Bus sind abwechselungsreich, Powerscourt Gardens inklusive dem Tierfriedhof bleiben den meisten in guter Erinnerung. An dieser Stelle könnte man alle Ausflüge aufzählen, mitsamt Vor- und Nachteilen, aber lasst euch überraschen und bildet euch eine eigene Meinung. Die freien Abende sollte man möglichst nicht in den Gastfamilien verbringen, aber dazu sind die meisten ja sowieso zu neugierig und erlebnisfreudig. Man kann es immer wieder versuchen in den irischen Pubs Alkohol zu bekommen, uns ist es jedoch fast immer fehlgeschlagen. Das riesige Einkaufszentrum ist auch einen Besuch wert, viele sind während der Irlandfahrt den Essig-Chips verfallen.
Die Woche in Achill ist nicht so erlebnisreich wie die in Dublin, hier stehen jedoch auch mehr die schöne Landschaft und die Gruppe im Vordergrund.
Wenn es das Wetter auch nur irgendwie ermöglicht, lassen die meisten es sich nicht nehmen, schon am ersten Abend ins Meer zu springen und in den Wellen zu toben.
Auch wenn es etwas kalt ist lohnt es sich, und danach ist ja immer noch eine heiße Dusche möglich. Es gibt zwar nicht so viele Duschen oder Toiletten im Valley House, aber unserer Meinung entschädigen Pat und Alice das sofort durch ihre Freundlichkeit.
Sie haben wirklich immer ein liebes Wort auf den Lippen, und die gemeinsamen Musikabende sind ein unvergessliches Erlebnis.
Selbst Musikmuffel finden hier ihre Begeisterung für das Singen wieder. Wirklich bewundernswert auf Achill sind das verlassene Dorf, welches auf uns sehr viel Eindruck gemacht hat, und der wunderschöne Strand Keen Beach. Auch der kleine Supermarkt besticht ebenso wie der hauseigene Valley House Strand durch seinen unvergleichlichen Charme. Die Rückfahrt ist noch etwas kräftezehrender als die Hinfahrt, da sie einige Stunden länger dauert. Während der gesamten Fahrt werden von den Teilnehmern Tagesberichte verfasst. Diese können etwas nervig sein, aber es ist wirklich eine sehr schöne Erinnerung, denn beim Nachtreffen bekommt man ein zusammengestelltes Erinnerungsbuch ausgehändigt. In diesem lassen sich nicht nur die Tagesberichte finden, sondern auch Sprüche, die während der Fahrt zu Insidern geworden sind.
Zurück in Büren laufen beim Abschied viele Tränen, man muss jedoch dazu sagen, dass sich durch die Irlandfahrt viele mehr oder weniger enge Freundschaften entwickelt haben. Und spätestens beim Nachtreffen sieht man alle Gesichter wieder, und viele Fotos aber auch Erinnerungen werden dort ausgetauscht.
Im Nachhinein ein jeder kann von sich behaupten, dass die Fahrt ein unvergessliches und meistens auch prägendes Erlebnis war.